Erfassung der Komplexität

MusterhektareBlogDer Vorarlberger Landtag hat 2009 einstimmig die Energieautonomie für Vorarlberg bis 2050 beschlossen. Um die Energieautonomie zu erreichen müssen einerseits die Energieverbräuche gesenkt und andererseits die lokal vorhandenen erneuerbaren Ressourcen für die Produktion von Energie genutzt werden.
In einem breiten Dialog müssen die Folgen der stärkeren Nutzung vorhandener Potentiale auf die verschiedenen Umweltdienstleistungen ausgelotet werden. Hierfür wird das Instrument „Musterhektar“ entwickelt, welches hilft die Komplexität der Herausforderung sichtbar zu machen und Lösungswege aufzuzeigen. Weiterhin zeigt der Musterhektar auch den notwendigen Verbrauch an Fläche für die Produktion erneuerbarer Energie zur Erreichung der Energieautonomie auf.
Die Energieregion Leiblachtal hat sich bereit erklärt, mit dem Projektteam zusammenzuarbeiten und konkrete Herausforderungen und Anliegen in das Projekt einzubringen.
Im Zuge der Erarbeitung haben sich die Projektakteure vorläufig auf 8 theoretische Musterhektare (z.B. Waldgebiet, Wiese, Siedlung, Acker) und 12 mögliche Entwicklungsszenarien (z.B. Energiewald, Windrad im Wald, Photovoltaik mit Grasbewirtschaftung, Photovoltaik im Siedlungsraum) geeinigt. Diese werden anhand von 6 Umweltdienstleistungen (z.B. Landschaftsbild und Erholung, Sicherung Lebensgrundlagen Wasser, Luft, Boden, Schutz vor Naturgefahren) und 4 lokalen Rahmenbedingungen (z.B. Akzeptanz bzw. politische Zustimmung, Wertschöpfung) beurteilt. Die genaue Auswahl und Abstimmung erfolgt von März bis Mai 2014.
In einem nächsten Schritt werden die Erhebungsbögen für die konkrete Beurteilung der Musterhektare und der Entwicklungsszenarien erarbeitet. Weiterhin werden der Energieeinsatz und der Energiegewinn mit der Realisierung der Szenarien erhoben. Ebenfalls erfolgt derzeit die Planung eines breit eingeladenen Workshops zum Austausch und der Erprobung des Instrumentes im Oktober 2014.

Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung am 4. April werden weitere Projektergebnisse präsentiert und die Abschätzung des eigenen Verbrauchs an Musterhektaren ermöglicht.
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zum Projekt!
Im Auftrag der Regionalentwicklung Vorarlberg, der Projektleiter recharge.green Vorarlberg, DI Mag. Markus Berchtold, markus.berchtold@heimaten.com
Im März 2014

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